Hintergrund

Die Situation

Die letzten Sommer in Deutschland brachten uns auf den ersten Blick „traumhaftes“ Wetter: Baden, Grillen und Chillen ohne Ende! Die Kehrseite ist, dass die extreme Hitze zu einer echten Katastrophe in den deutschen Wäldern führt. Der Klimawandel sorgt für Trockenheit und Dürre. Schädlingsbefall grassiert und die Statistiker haben noch nie so viele Brände gezählt. Das führt akut zu großen Schäden im Wald, die umgehend behoben werden müssen. Die Vorhersagen sind ebenfalls ungünstig für den Wald. Es ist damit zu rechnen, dass sich das Klima in Europa weiter wandelt. Die Wetterlagen werden immer extremer, was man bereits persönlich spüren und sehen kann. Auf der einen Seite immer längere und häufigere Trockenphasen und andererseits häufigere Unwetter mit Starkregen, Hagel und Stürmen. Das alles setzt den heutigen Waldbestand unter extremen Stress und viele Bäume überleben diese Extreme nicht. Ein Grund dafür ist, dass als Reaktion auf die „Reparationshiebe“ nach dem 2. Weltkrieg viele schnellwachsende Baumarten gepflanzt wurden. Der Nachteil ist, dass viele Bäume die damals gepflanzt wurden sind, für das jetzige Klima nicht mehr geeignet sind. Daher bedarf es zusätzlich zur kurzfristigen Schadensbewältigung eines langfristigen Waldumbaus mit klimaresistenten Bäumen. Deutsche Waldbauern haben bereits vor über 30 Jahren damit begonnen. Der Klimawandel aber ist schneller und daher schaffen es die Forstleute nicht mehr ohne Unterstützung der Gesellschaft (Hier geht es zu den aktuellen Schadensberichten aus NRW, Saarland, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und BW). Grundsätzlich sollten Nadelwaldreinbestände in an den jeweiligen Standort angepasste Laub- und Mischwälder umgebaut werden. Worauf warten wir dann noch?

Die Herausforderung

Die Herausforderungen zur Bewältigung dieser Situation sind vielfältig. Grundsätzlich kristallisiert sich folgendes Problem heraus: Aufgrund von Markt- und Politikversagen entstehen Investitionsengpässe bei denjenigen, die für die akute Schadensbewältigung und den langfristigen Waldumbau sorgen wollen und sollen. Durch die klimabedingten Schäden im Wald entstehen hohe Kosten. Zum Beispiel muss das von Schädlingen befallene Holz aus dem Wald geholt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Das sind Kosten, die aufgrund der sich im Markt befindlichen Masse an Schadhölzern, oft nicht mit den daraus resultierenden Einnahmen gedeckt werden können. Somit entsteht ein finanzieller Engpass, wenn es um die (Wieder-)Aufforstung von Flächen geht. Zusätzlich erbringen Waldbauern auch Dienstleistungen und Güter, die jedoch von den Nutznießern normalerweise nicht bezahlt werden müssen, da eine gesetzliche Grundlage dafür fehlt oder weil die Märkte nicht existieren. Als bekannteste Beispiele sind hier die Pflicht des Wegebau und -sicherung für die Gesellschaft zu nennen. Es liegt somit Marktversagen vor. Dies betrifft insbesondere die CO2-Speicherung und -sequestrierung, Tourismus und Naherholung. Auch die Erbringung von Boden-, Luft- und Wasserschutzfunktionen und der Erhalt von Biodiversität werden in der Regel nicht vergütet. Aufgrund der sich aktuell verschlimmernden Schieflage geben viele Waldbauern auf.

Das Ziel

Wir wollen nicht, dass die Waldbauern aufgeben müssen. Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ wurde ursprünglich in der deutschen Fortwirtschaft geprägt. Wir sind der Überzeugung, dass es keine besseren „Experten“ für ökologisch sinnvollen Waldbau gibt, als diejenigen, die das seit mehreren Generationen tun und ihre standortabhängigen Kriterien entsprechend genau kennen. Für den klimaresistenten Waldumbau ist das eine wichtige Voraussetzung. Unser Ziel ist es daher kurzfristig die Schäden im Wald zu beheben, aber auch Neuaufforstungen durch die Mithilfe der Gesellschaft, d.h. von Privatleuten und Unternehmen zu ermöglichen. Dazu kann man bereits heute auf der Website von Naturetreet Bäume pflanzen. Langfristig wollen wir einen Markt schaffen an dem Waldbauern für den erbrachten gesellschaftlichen Mehrwert angemessen partizipieren können.

Die Lösung

Naturnah bewirtschaftete Wälder haben viele Vorteile: Das Nachhaltigkeitsprinzip führt erst mal grundsätzlich dazu, dass die Holzernte auf gedeckelte Zuwachsraten begrenzt ist. Daher sind Horrorszenarien wie großflächige Kahlschläge bei naturnaher Bewirtschaftung kein realistisches Szenario. Im Gegenteil führt die naturnahe Bewirtschaftung durch die Nutzung des Holzes sogar zu einer zusätzlichen CO2-Senkenleistung. Der Kohlenstoff bleibt auch nach der Ernte weiterhin in Holzprodukten gespeichert oder kann andere energieintensivere Materialen ersetzen. Ein zusätzlicher Effekt für eine höhere Senkenleistung im naturnahen Wald entsteht durch die Entnahme von Biomasse. Durch die regelmäßige Aufbauphase wird eine in der Gesamtheit höhere Senkenleistung geschaffen. Wir sind der Meinung, dass es mehr naturnahe Waldwirtschaft braucht, da die CO2-Senkenleistung als besonders hoch eingestuft werden kann. Daher fördern wir mit unseren Projekten die naturnahe und standortgerechte Waldbewirtschaftung, da diese die gesamte CO2-Senkenleistung des deutschen Waldes erhöht.